DIE KERNERGEBNISSE

Vertrauen im Sinkflug: Deutsche Institutionen gefangen in einer Abwärtsspirale aus Misstrauen und Tatenlosigkeit

Die Bilanz fast zwei Jahre nach Ausruf der globalen Krise ist eindeutig: der Vertrauensvorschuss, den vor allem die Regierung zu Beginn der Pandemie erhalten hatte und damit auf ein Allzeithoch katapultiert wurde, ist verloren. Doch nicht nur die Regierung befindet sich in einem Teufelskreis des Misstrauens, denn: Das Vertrauen der Deutschen in die Institutionen Regierung, Medien, Wirtschaft und NGOs ist zurück auf Vorpandemieniveau und liegt damit im Misstrauensbereich.
 

22 Jahre Edelman Trust Barometer
36.000+ Befragte
28 Märkte


Vertrauensblase geplatzt
Deutschland hat bei der Betrachtung in der allgemeinen Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Vertrauen eingebüßt (von 53 Indexpunkten auf 46 Indexpunkte) und rutscht in den Misstrauensbereich (Trust-Score unter 50). Den Spitzenplatz als vertrauenswürdigste Institution hierzulande muss die Regierung mit deutlichen Vertrauensverlusten (47 %, - 12 %pkt. zu 2021; global: 52 %; -1 %pkt.) knapp der Wirtschaft mit 48 % (- 6 %pkt. zu 2021; global: 61 %) überlassen. Gleichauf mit der Regierung landen die Medien (47 %, - 5 %pkt; global: 50 %, - 1%pkt.), gefolgt von den NGOs (40 %, -6 %pkt. zu 2021; global: 59 %, + 2%pkt.).

Diskussionskultur auf dem Prüfstand
Welche Faktoren Einfluss auf den deutlichen Vertrauensverlust haben, zeigt sich bei der Regierung und den Medien deutlich: Beide werden hierzulande anstatt als einigende Kräfte (Regierung: 34 %; Medien: 36 %; global: 36 %, 35 %), als spaltende Kräfte (Regierung: 46 %; Medien: 41 %; global: 48 %, 46 %) in der Gesellschaft angesehen. Hinzukommt eine weitere fragwürdige Entwicklung: 64 % der in Deutschland Befragten geben an, dass den Menschen hierzulande die Fähigkeit fehlt, konstruktive und zivile Debatten über Themen zu führen, bei denen sie unterschiedlicher Meinung sind.

Führungskrise weitet sich aus
Die hierzulande Befragten sind zunehmend besorgt, dass die gesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft (45 %; global: 63 %), Medien (45 %; global: 67 %) und Regierung (42 %; global: 66 %) die Menschen absichtlich in die Irre führen wollen, in dem sie Dinge äußern, von denen sie wissen, dass sie entweder falsch oder grob übertrieben sind. Insgesamt fällt für diese Personen, CEOs (36 %; global: 49 %), Regierungsverantwortliche (36 %; global: 42 %) sowie Journalisten (41 %; global: 46 %), das Vertrauen in sie als Führungspersönlichkeit negativ aus – alle bewegen sich weiter im Misstrauensbereich. Das Vertrauen zugesprochen bekommen hingegen die Wissenschaftler (69 %; global: 75 %).

Hoffnungsträger Wirtschaft und Arbeitgeber
In Deutschland ist die Kommunikation des Arbeitgebers die glaubwürdigste Informationsquelle. 49 % müssen Informationen durch ihn nur ein oder zweimal sehen, um diese zu glauben (global: 52 %). Weitere 25 % glauben den Informationen auf den ersten Blick (global: 13 %). Von CEOs wird erwartet, dass sie Gespräche und politische Debatten zu einer Reihe von Themen mitgestalten und beeinflussen. 70 % oder mehr sind hierzulande und global der Meinung, dass CEOs Gespräche über Themen, die speziell mit der Wirtschaft zu tun haben, informieren und mitgestalten sollten: Arbeitsplätze und Lohnungleichheit. Die Mehrheit möchte aber auch, dass sich CEOs zu gesellschaftlichen Herausforderungen wie Technologie und Automatisierung sowie den Klimawandel äußern. 
 

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Über das Edelman Trust Barometer 

Das Edelman Trust Barometer 2022 ist die 22. jährliche Umfrage des Unternehmens zu Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Die Umfrage wurde vom Marktforschungsunternehmen Edelman Data & Intelligence (DxI) durchgeführt und bestand aus 30-minütigen Online-Interviews, die zwischen dem 1. und 24. November 2021 stattfanden. An der Online-Umfrage zum Edelman Trust Barometer 2022 nahmen mehr als 36.000 Personen teil, darunter 1.150 Befragte aus der Allgemeinbevölkerung in 28 Märkten. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.edelman.com/trust-barometer


Pressekontakt

Anna-Lena Schildt, Senior-PR & Marketingmanagerin Edelman Deutschland
Tel.: +49 (0) 40 80 90 36 770, E-Mail:
Presse-DE@edelman.com

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