• 700 institutionelle Investor:innen in sieben globalen Märkten befragt
  • Der Aufbau von Vertrauen in ESG-Aktivitäten bei Anleger:innen wird anspruchsvoller
  • 87 % der Investor:innen in Deutschland misstrauen den Unternehmensangaben zu ESG-Aktivitäten
  • 90 % der Investor:innen in Deutschland erwarten eine Zunahme von ESG-bezogenen Rechtsstreitigkeiten
  • Investor:innen drängen auf Klimaschutzmaßnahmen und erwarten einen Netto-Null-Plan
  • Investor:innen schätzen den mündigen Mitarbeitenden
  • Traditionelle Investor:innen greifen auf aktivistische Taktiken zurück
  • Umweltschutz und Corporate Governance sind die Top-Themen der Aktivist:innen
  • Kleinanleger:innen entwickeln sich zum nächsten Störfaktor

17. November 2021, New York, N.Y. - Edelman hat heute die Ergebnisse des Trust Barometer 2021 Special-Reports "Institutional Investors" vorgestellt. Die Studie identifiziert zentrale Themen, die globale Investitionskriterien beeinflussen und zeigt auf, wie Unternehmen das Vertrauen der Investorengruppen stärken können. Für die Studie wurden 700 institutionelle Anleger:innen in sieben Märkten im Zeitraum 11. August 2021 bis zum 3. September 2021 befragt. Edelman führt diese Datenerhebung zu institutionellen Investor:innen im fünften Jahr durch. 

Die Studie zeigt neue Erwartungen der Anleger:innen in Bezug auf ESG, Klimawandel, Aktionär:innen- sowie Mitarbeitenden-Aktivismus und das Phänomen der Meme-Aktien auf. Neben anderen Erkenntnissen zeigen die Ergebnisse, dass Investor:innen den Themenkomplex ESG jetzt genauso sorgfältig prüfen wie operative und finanzielle Unternehmensaktivitäten. Allerdings sind die Anleger:innen skeptisch gegenüber ESG-Offenlegungen und -Verpflichtungen. Darüber hinaus erwarten 87 Prozent der global Befragten mehr Rechtsstreitigkeiten bei Unternehmen, die ihre ESG-Versprechen nicht einhalten. Die Umfrage zeigt auch, dass die Investor:innen an den selbstbestimmten Mitarbeitenden glauben und den Aktivismus der Mitarbeitenden als einen Indikator für eine gesunde Arbeitsplatzkultur ansehen.

„Die Prioritäten und Erwartungen der Investor:INNEN ändern sich schnell, und Unternehmen, die nicht Schritt halten, werden es schwer haben, Vertrauen zu gewinnen. Unsere Studie zeigt, dass Investor:INNEn den ESG-Offenlegungen von Unternehmen nicht trauen und auch nicht darauf vertrauen, dass die Unternehmen ihre ESG-Versprechen einhalten.

Gleichzeitig sehen Investor:INNEn nun MitarbeiteNDEN-Aktivismus als Zeichen einer gesunden Unternehmenskultur. Dies sind disruptive Kräfte in der gesamten Investmentgemeinschaft, die Vorstände und Führungskräfte der Unternehmen annehmen müssen, um wettbewerbsfähige Kapitalkosten und faire Bewertungen zu gewährleisten.“

Lex Suvanto, Managing Partner und CEO von Edelman Financial Communications

Die wichtigsten Ergebnisse des Edelman Trust Barometer Special Report Institutional Investors sind unter anderem:

Der Aufbau von Vertrauen in die ESG Aktivitäten von Unternehmen bei Investor:innen wird anspruchsvoller

86 Prozent der US-Anleger und 87 Prozent der Investor:innen in Deutschland sind der Meinung, dass Unternehmen bei der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse häufig übertriebene Angaben zu ihren ESG-Fortschritten machen. 72 Prozent der Anleger:innen weltweit glauben nicht, dass Unternehmen ihre ESG-Verpflichtungen einhalten werden. Die Anleger:innen sind sich einig, dass Unternehmen, die im Bereich ESG herausragende Leistungen erbringen, eine Prämie verdienen.

Die Anleger:innen erwarten eine Zunahme von ESG-bezogenen Rechtsstreitigkeiten

94 Prozent der US-Anleger:innen (Deutschland: 90 Prozent der befragten Investor:innen) rechnen mit mehr Rechtsstreitigkeiten, weil Unternehmen ihre ESG-Ankündigungen nicht einhalten.

Investor:innen drängen auf Klimaschutzmaßnahmen

91 Prozent der Investor:innen weltweit (USA: 94 Prozent) erwarten, dass die Unternehmen einen Netto-Null-Plan aufstellen und kommunizieren. 88 Prozent der Investor:innen weltweit würden den Unternehmen dafür einen Aufschlag bei der Bewertung (Premium) zugestehen. 

Allerdings befürchten vier von fünf Investor:innen weltweit, dass Unternehmen diese Versprechen nicht effektiv umsetzen und damit nicht erreichen werden. In Deutschland erwarten 81 Prozent der Investor:innen ein Scheitern der Unternehmens-Pläne zur Klimaneutralität, in den USA sogar 92 Prozent.

Investor:innen glauben, dass Aktivismus der Belegschaft ein Zeichen für eine gesunde Arbeitsplatzkultur ist

85 Prozent der weltweiten Anleger:innen sind der Meinung, dass eine Arbeitsplatzkultur, welche die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden fördert, wichtig für die Vertrauensbildung am Kapitalmarkt ist. 74 Prozent der weltweiten Anleger glauben, dass Mitarbeitenden-Aktivismus ein Zeichen für eine gesunde Arbeitsplatzkultur ist. 

Deutschland führt diese Entwicklung an: 81 Prozent der Anleger:innen sehen Mitarbeitenden-Aktivismus als Indikator für eine gesunde Unternehmenskultur, gute Führung und/oder eine hoch motivierte Belegschaft.

Investor:innen machen den Vorstand für die Unternehmenskultur verantwortlich

71 Prozent der Anleger:innen in den USA halten es für wichtig, dass der Vorstand für die Aufrechterhaltung einer positiven Unternehmenskultur verantwortlich gemacht wird. Das Thema zählt neben Angemessenheit der Vorstandsvergütung und öffentlicher Präsenz bei wichtigen Unternehmensentscheidungen zu den drei Top Themen der Investor:innen.

Die Anleger:innen glauben, dass aggressive Maßnahmen des Aktivismus zu Veränderungen führen

Eine breite Mehrheit aller Investor:innen sind an einem aktivistischen Investitionsansatz interessiert. In Deutschland geben 87 Prozent der Investor:innen an, seriöse Aktivist:innen aktiv anzusprechen, um Veränderungen in Unternehmen zu erreichen, in die investiert werden soll oder in die ein Investment bereits besteht.

Damit hat der Kapitalmarkt Deutschland sich den Verhältnissen in den USA angenähert. 95 Prozent der US-Investoren sind an einem aktivistischen Investitionsansatz interessiert, und 74 Prozent geben an, dass sie aggressive aktivistische Maßnahmen ergreifen würden. 94 Prozent der US-Investor:innen wenden sich proaktiv an Aktivist:innen mit Ideen, um Veränderungen zu bewirken.

Corporate Governance und Umwelt sind die Top-Themen der Aktivist:innen

Mehr als 74 Prozent der US-Investor:innen würden sich in Bezug auf die Umwelteffizienz der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens, die Umweltauswirkungen der Lieferkette und die Treibhausgasemissionen für die Aktionäre einsetzen. 81 Prozent werden sich wahrscheinlich in Bezug auf die Corporate Governance (Hier: Struktur des Vorstands) engagieren.

Kleinanleger:innen entwickeln sich zum nächsten Störfaktor

75 Prozent der befragten Investoren weltweit sind der Meinung, dass Gespräche in Online-Communities Investitionsentscheidungen beeinflussen. 84 Prozent gehen davon aus, dass "Meme Stocks" einen gezielten Angriff auf institutionelle Anleger:innen darstellen (USA: 89 Prozent).
 

Über Edelman Financial Communications
Edelman Financial Communications umfasst über 175 spezialisierte Mitarbeitende in den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland sowie in Amsterdam, Dubai, Mumbai, Hongkong, Peking und Tokio. Die Gruppe bietet strategische Beratung für Unternehmen, die mit ihrem Finanzpublikum kommunizieren wollen und stellt Reputationsstrategien für Unternehmen in der institutionellen Finanzdienstleistungsbranche bereit. Die Gruppe bietet außerdem spezielle Expertise in den Bereichen ESG-Beratung, Finanzkommunikation im Gesundheitswesen, digitale Finanzkommunikation sowie Finanzpolitik und Regulierung.


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Anna-Lena Schildt, Senior-PR & Marketingmanagerin Edelman Deutschland
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