Edelman Trust Barometer 2011: Vertrauen in deutsche Wirtschaft erreicht Spitzenwert bei nationalen Entscheidern

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26. Januar 2011

Mit einem Plus von 12 Prozentpunkten (2010: 40 Prozent, 2011: 52 Prozent) beurteilen die befragten deutschen Meinungsführer die Wirtschaft deutlich positiver und bescherten ihr den besten Wert seit Durchführung des Edelman Trust Barometers. Zudem stieg der Vertrauenswert für Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland weltweit auf 76 Prozent an. Zum ersten Mal ist Deutschland damit Spitzenreiter unter allen untersuchten Ländern - knapp vor Kanada (75 Prozent) und Schweden (73 Prozent).

Dies sind einige zentrale Ergebnisse des Edelman Trust Barometers 2011, welches zum elften Mal in Folge rund 5.000 Meinungsführer in 23 Ländern zum Thema Vertrauen in Wirtschaft, Regierung, NGOs und Medien befragte. Der Studie zufolge sind die Amerikaner in diesem Jahr besonders skeptisch: nur noch 46 Prozent (2010: 54 Prozent) vertrauen ihrer Wirtschaft und nur 40 Prozent ihrer Regierung. Damit verzeichnen die USA bei der Politik ein Minus von 6 Prozentpunkten, welches nur noch von Deutschland übertroffen wird. So sprechen der Bundesregierung lediglich 33 Prozent (10 Prozentpunkte weniger als 2010) der befragten Meinungsführer ihr Vertrauen aus. Deutschland erzielt damit den zweitschlechtesten Wert im Ländervergleich direkt hinter Russland (2011: 39 Prozent), aber noch vor Irland (2011: 20 Prozent).

Das neue deutsche Selbstbewusstsein und der Optimismus der vergangenen Monate finden sich auch in den Ergebnissen des Trust Barometers wieder. Dieses 'Wir sind wieder wer!'-Gefühl und die damit verbundene Zuversicht scheinen die Wirtschaftseliten in Deutschland gepackt zu haben, sagt Cornelia Kunze, Geschäftsführerin von Edelman Deutschland. Die Resultate für die deutsche Politik sind keine große Überraschung nach den erheblichen Koalitionsquerelen des letzten Jahres.

Vertrauen in Unternehmen wichtigster Reputationsfaktor

Im Gegensatz zum weltweiten Ergebnis, das die Qualität von Produkten und Dienstleistungen als wichtigsten Reputationsfaktor von Unternehmen identifiziert (2011: 69 Prozent, 2010: 68 Prozent), belegt das allgemeine Vertrauen in Unternehmen hierzulande mit 83 Prozent (2010: 62 Prozent) den ersten Platz. Damit nimmt Deutschland in Europa eine Vorreiterrolle ein. Der Qualität von Produkten und Dienstleistungen zur Imagebildung wird in Deutschland mit nur noch 59 Prozent (2010: 60 Prozent) die lediglich fünftwichtigste Bedeutung zuerkannt. Hinter dem Vertrauen in Unternehmen folgen in Deutschland transparente und ehrliche Geschäftspraktiken mit 73 Prozent (2010: 67 Prozent) sowie der gute Umgang mit Mitarbeitern 72 Prozent (2010: 60 Prozent) als wichtigste Beurteilungskriterien.

Die Wirtschaftskrise und viele Corporate-Governance-Verfehlungen haben wohl dazu geführt, dass heute Vertrauen und Transparenz höher bewertet werden als Produktqualität, wertet Cornelia Kunze die Studienergebnisse. Um Vertrauen aufzubauen, müssen Unternehmen nicht nur die Erwartungen der Aktionäre erfüllen, sondern auch ihren Beitrag zur Unterstützung der Gesellschaft leisten.

Wirtschaftsmagazine, Zeitungen und Fernsehnachrichten sind glaubwürdigste Medien in Deutschland

Auch beim Thema Medien unterscheidet sich Deutschland im internationalen Vergleich. So stieg das Vertrauen in die Medien seit 2010 global auf 49 Prozent (+ 4 Prozentpunkte) und in Europa auf 44 Prozent (+ 4 Prozentpunkte) an, während es in Deutschland um 2 Prozent auf 37 Prozent sank. Vertrauenswürdigste Informationsquellen sind in Deutschland die traditionellen Medien, wie Wirtschaftsmedien (45 Prozent), Zeitungen (37 Prozent), TV (36 Prozent) und Radio (34 Prozent). Die Suchmaschinen finden sich mit 27 Prozent auf dem fünften Rang wieder. Social Media hat in den Augen der Meinungseliten immer noch wenig Relevanz in Deutschland.

Akademiker und Experten genießen die höchste Glaubwürdigkeit - CEOs in Deutschland mit niedrigen Werten

Wie auch schon 2010 genießen Akademiker und Experten in Deutschland, aber auch weltweit und in der EU die höchste Glaubwürdigkeit. So konnte diese Gruppe in Deutschland noch einmal um 12 Prozent auf insgesamt 77 Prozent zulegen (EU: 68 Prozent, global: 70 Prozent). Während CEOs ihre Glaubwürdigkeit innerhalb der EU um ein Fünftel (EU gesamt: 44 Prozent) und weltweit um 11 Prozent (global gesamt: 53 Prozent) deutlich steigern konnten, rangieren sie als glaubwürdige Informationsquelle in Deutschland mit 24 Prozent (2010: 22 Prozent) noch immer im unteren Drittel. Im weltweiten Vergleich aller CEOs erhalten die deutschen mit 24 Prozent sogar den niedrigsten Wert.

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