Deutsche gegen Trump und Brexit, für Macron und EU

  • Studien & Insights
13. Juli 2017
Sonderumfrage Edelman Trust Barometer 2017

Der Brexit wäre abgesagt, Hillary Clinton wäre US-Präsidentin und niemand würde glauben, man könnte auch auf die EU verzichten! Hätten die Deutschen die großen politischen Entscheidungen der jüngsten Zukunft gefällt, sähe die Welt jetzt deutlich anders aus. Das zeigt die aktuelle Sonderausgabe des Edelman Trust Barometers, der größten globalen Umfrage zum Thema Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Wirtschaft und Medien.

Brexit oder Bremain? Hätten die Deutschen abgestimmt, wäre das Königreich mit einer satten Zwei-Drittel-Mehrheit in. Und das, obwohl die Deutschen für sich gar keine negativen Konsequenzen aus dem britischen EU-Austritt fürchten, sondern überzeugt sind, die Briten schadeten damit vor allem sich selbst - insbesondere ihrer Wirtschaft (61 Prozent) und ihrem Einfluss in der Welt (54 Prozent).

Ginge es nach den Deutschen, wäre zudem am Wochenende Hillary Clinton für die USA zum G20 Gipfel nach Hamburg gereist. Nur magere neun Prozent der Deutschen hätten bei den US-Präsidentschaftswahlen Donald Trump ihre Stimme gegeben - versus 65 Prozent für Clinton. Schlecht für die USA, schlecht für Deutschland, schlecht für die Welt, so denn auch die düsteren Erwartungen für Trumps Amtszeit.

Ganz anders denken die Deutschen über Frankreich unter dem neuen Präsidenten Macron. Sie sehen eine klar positive Wirkung seines Wahlsieges: Auf die deutsch-französische politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit (60 Prozent) und auf die politische Stabilität des Kontinents (59 Prozent).

Überraschend auch die aktuelle Haltung der Deutschen zur Europäischen Union. Von wegen fundamentale EU-Ablehnung! Fast zwei Drittel (63 Prozent) sind überzeugt: Die Europäische Union ist unverzichtbar für die politische wie wirtschaftliche Stabilität in Europa. 70 Prozent glauben allerdings, dass die Gemeinschaft einschneidende Reformen braucht, um ihr Überleben zu sichern.

Die Ergebnisse zeigen eine sehr differenzierte Weltsicht und große Sehnsucht nach Stabilität. Als Kommunikationsexperten empfehlen wir Politik und Unternehmen, hier anzusetzen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Sie müssen zeigen, wie sie ihre Verantwortung zum Funktionieren des Gemeinwesens wahrnehmen, sagt Susanne Marell, CEO von Edelman.ergo.

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