Hacking #PR – mehr Konfrontation, bitte!

von Patrick Eller, Junior Consultant
  • Statements
06. März 2017
Patrick Eller und sein Team beim ersten PR-Hackathon

Eine Idee, eine Minute. Das Ganze 20 Mal in Folge. Ideen über Ideen. Dann der Kampf um ein Team. Zwei Tage später ist alles vorbei: 13 Ideen haben Form bekommen, wurden präsentiert - und vier Teams haben am Ende die Jury überzeugt. Soviel zu den harten Fakten. Der erste Hackathon der PR-Branche war anstrengend, zugleich aber extrem inspirierend. Aber was bedeutet das nun für unsere tägliche Arbeit?

Der Hackathon hat mir gezeigt: Aus einer fixen Idee kann in 48 Stunden mehr entstehen als seitenlange Konzepte und schön formulierte Ideen. Es werden Tools gebaut, getestet, verworfen und am Ende doch zum Laufen gebracht. Aber warum funktioniert das eigentlich? Wieso schaffen wir das nicht in unserer täglichen Arbeit? Dafür mag es viele Gründe geben, ein zentraler ist sicherlich: Wir befinden uns meist unter Gleichgesinnten: Kollegen mit ähnlicher Denkweise - alles eben PR-Fachleute.

Beim Hackathon ist das konzeptgemäß anders - und das lohnt sich durchaus: Raus aus der eigenen Komfortzone. Das ist nicht bequem und kostet Nerven. Zum Beispiel, wenn man einem Entwickler die Beziehung zwischen Journalisten und PRlern erklärt. Am Ende bringt es einen aber enorm weiter, wenn das eigene Handeln erklärungsbedürftig wird, weil man auf Personen trifft, die ganz anders arbeiten - sei es nur in einer anderen Agentur oder ganz weit weg von PR. So werden Grenzen überlaufen und ungewöhnliche Fragen gestellt und dadurch erweitert sich der Möglichkeitsspielraum quasi automatisch. Gleich ob Unternehmen oder Agentur, ob Mittelständler oder Großkonzern: Wir alle braten die meiste Zeit in unserem eigenen Saft, geben maximal leicht variierte Zutaten hinzu und schmecken am Ende mit ähnlich geschulten Zungen. Daran haben wir uns gewöhnt.

Ein weiterer Vorteil der 48 Stunden: Der Praxistest der Ideen ist nahezu unmittelbar möglich. Der Entwickler sagt direkt: Das ist möglich, das aber nicht. Das bringt Produktivität und man verfängt sich nicht in langen Diskussionen über Konzepte und abstrakte Ideen - und davon dürften wir alle schon genügend geführt haben.

Also warum machen wir das nicht häufiger oder gar regelmäßig? Klar, der Arbeitsalltag hindert uns daran, zumindest scheinbar. Termine, Abgaben und auch die eigene Routine. Aber ist es deshalb unmöglich? Sicher nicht. Es muss ja nicht gleich ein Hackathon sein. Und es braucht auch nicht gleich große Extreme wie Entwickler, sondern vielleicht einfach nur Kollegen, deren Job irgendwie anders ist als der eigene. Bewusst mit Fachfremden zu sprechen, Fragen zu stellen, sich über Probleme und Lösungsmöglichkeiten zu unterhalten und so einfach den Horizont erweitern - das muss sich in unseren Arbeitsalltag integrieren lassen!

Die Devise lautet deshalb: Konfrontation. Mit der eigenen Unwissenheit, den Stärken der Anderen und den Dingen, die vermeintlich ganz weit weg von einem selbst sind. Eine Frage stellen, jedes Mal dann, wenn etwas Unbekanntes aufpoppt. Das ist anstrengend, aber nur so lernen wir neue Geschmacksrichtungen kennen und holen uns ein wenig Inspiration à la Hackathon in unsere tägliche Arbeit. Noch Fragen? Ja? Dann los, ausprobieren!

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