Unterwegs mit Susanne Marell: Einmal nach Erfurt und zurück

von Kathy Gareis
  • Backstage
01. Juli 2014

Was glauben Sie, welchem Land wird von seiner Bevölkerung das größte Vertrauen entgegengebracht? Und welchen Informationsquellen vertrauen die Menschen am meisten? Welche Branchen genießen in Deutschland das größte Vertrauen? Mit diesen und vielen anderen Fragen regte Susanne Marell die Kommunikationswissenschafts-Studenten aus dem Seminar von Volker Stoltz an der Universität Erfurt an, mit ihr über das Thema Vertrauen zu diskutieren.

Für keinen anderen außer Herrn Stoltz würde ich den weiten Weg nach Erfurt auf mich nehmen, begrüßte Susanne Marell die Erfurter Studenten. Volker Stoltz, Mitgründer der GPRA, hatte unsere Edelman Chefin zu sich ins Seminar eingeladen, damit sie seinen Studenten etwas über Edelman als Agentur und die Ergebnisse des Edelman Trust Barometers 2014 erzählt. Und ich durfte sie auf dieser Reise begleiten, um den Studenten etwas über meine Zeit als Praktikantin und nun als Trainee bei Edelman zu berichten. 

Damit Sie mir nicht nach fünf Minuten einschlafen, werde ich die ganze Präsentation etwas aktiver gestalten und Sie alle mit einbeziehen, warnte Susanne Marell die Studenten. Um also nicht einfach nur die Ergebnisse des Trust Barometers zu referieren, machte sie daraus ein Quiz. Was glauben Sie, welchem Land wird von seiner Bevölkerung das größte Vertrauen entgegengebracht? Deutschland ordneten die angehenden Kommunikationswissenschaftler sehr weit oben ein. Tatsächlich liegt das Vertrauen der Deutschen in ihr Land mit 57% eher im Mittelfeld, was die Studenten sehr überrascht hat. Insgesamt waren sie sehr interessiert an der Studie und hinterfragten die Ergebnisse auch kritisch.  

Wem vertrauen die Leute eher, dem CEO eines Unternehmens oder einem ganz normalen Mitarbeiter? Jetzt können Sie sich denken, warum ich Kathy heute mitgebracht habe, scherzte Susanne Marell. Natürlich vertrauen die Leute eher jemanden wie sich selbst, als einem Chef, der vermeintlich nur auf möglichst hohen Profit aus ist. Auch das belegen die Ergebnisse des diesjährigen Edelman Trust Barometers: CEOs sind mit 37 Prozent nicht die glaubwürdigsten Personen, wenn es um den Außenauftritt geht. 72 Prozent der Deutschen glauben einem normalen Angestellten eher, wenn es um Angelegenheiten geht, die das Unternehmen betreffen.  

Dann erzählte ich den Studenten in aller Kürze, wie ich zu Edelman gekommen und warum ich geblieben bin. Ich wurde für ein sechsmonatiges Praktikum bei der Assistentin von Susanne Marell eingestellt. Meine Hauptaufgabe war es, das exklusive Launch Event des Edelman Trust Barometers 2014 in Frankfurt zu organisieren. Zwischendurch durfte ich außerdem drei Wochen die Urlaubsvertretung für ihre Assistentin machen - in dieser Zeit lernte ich, was es heißt, für den CEO einer der führenden PR-Agenturen Deutschlands zu arbeiten. Ich wurde buchstäblich ins kalte Wasser geworfen und habe sehr schnell schwimmen gelernt. Vor allem lernte ich, selbstständig und verantwortungsbewusst zu handeln.  

Es ist dann auch nicht nur beim Seepferdchen geblieben, sondern ich habe auch noch den Freischwimmer gemacht. Denn danach fragte Susanne Marell mich, ob ich mir vorstellen könnte als Trainee bei Edelman zu bleiben. Das passte perfekt, da ich gerade mit dem Studium fertig war und so hatte ich kurz darauf ein Vorstellungsgespräch im Münchner Büro für den Bereich Eigen PR bei Edelman. Im März bin ich dann nach München gezogen und seitdem dort als Trainee angestellt. Das Traineeship ist eine 18-monatige Ausbildung und besteht aus Training on the Job, unterstützt von einem Modul-Lernsystem, Online-Trainings zu grundsätzlichen Medien- und Edelman Themen sowie diversen Workshops zu Schwerpunktthemen wie zum Beispiel Schreibtraining, Digital Storytelling oder Konzeptionstraining.  

Wie ich bei vielen meiner Freunde und ehemaliger Studienkollegen gesehen habe, ist heutzutage ein Praktikum der gängige Weg, um im Berufsleben Fuß zu fassen. Auch hier in der Agentur ist es so, dass viele Trainees vorher Praktikanten waren und dann übernommen wurden. Denn so wissen die Teamleiter, wie man arbeitet und auch man selbst kann einschätzen, ob einem die Arbeit und die Arbeitsatmosphäre gefällt.  

Nach dem 90-minütigen Seminar machten Susanne Marell und ich uns wieder auf den Rückweg. Auch wenn es ein anstrengender Tag war, den ich hauptsächlich im Zug verbracht habe, war es eine interessante Erfahrung und ich fand es toll, dass ich die Chance hatte, unsere Deutschlandchefin auf einer ihren vielen Reisen zu begleiten.

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