„PRognose ungewiss – Herausforderungen für den Kommunikator von morgen“ - Podiumsdiskussion beim 9. LPRS>>Forum

Gastbeitrag von Isabel Reinhardt und Maria Borner, LPRS e.V.
  • Backstage
06. Juni 2014
LPRS Forum 2014

Agenturen und Unternehmen stehen heute in einer sich rasant verändernden Welt vor neuen Herausforderungen. Ist es für die PR an der Zeit, sich neu zu erfinden? Wie sieht das Agenturmodell der Zukunft aus und was müssen Nachwuchstalente mitbringen, die in der PR-Branche Fuß fassen wollen? Zum 9. LPRS>>Forum am 17. Mai 2014 luden die Leipziger PR-Studenten hochkarätige Gäste ein, die genau zu diesen Themen unter dem Titel PRognose ungewiss - Herausforderungen für den Kommunikator von morgen diskutierten.

Auf dem Podium saßen Susanne Marell, CEO von Edelman Deutschland, Prof. Dr. Joachim Klewes, Senior Partner bei Ketchum Pleon und Honorarprofessor an der Heinrich-Heine-Universität Leipzig, Andreas Breitsprecher, Kommunikationschef bei Vattenfall Europe sowie die Leipziger Alumna Jana Bohmhoff, Referentin für Unternehmenskommunikation der Generali Versicherung. Lebhaft diskutierten sie unter der Moderation von Nico Kunkel, Chefredakteur des PR Reports, künftige Herausforderungen des Kommunikationsmanagements und die Anforderungen an den PR-Nachwuchs. 

Thematisch bewegte man sich entlang möglicher Zukunftstrends und Entwicklungen in der Kommunikation im Allgemeinen und der PR im Besonderen. Impulse hierfür gab die Keynote des Abends: Sven Gabor Janszky, Trendforscher und Direktor des 2b AHEAD ThinkTanks forderte mit Thesen wie In weniger als 10 Jahren wird Ihr Autositz eine IP-Adresse haben das Publikum - etwa 200 Gäste aus Kommunikationspraxis und -wissenschaft sowie aktuelle und ehemalige Leipziger PRStudenten - dazu auf, sich warm anzuziehen.  

Die anschließende Diskussion gestaltete sich zum Teil sehr kontrovers: Über die Prognose, welche Trends die Branche nachhaltig prägen werden, waren sich die Referenten oft uneins. Edelman CEO Susanne Marell plädierte für eine noch stärkere Flexibilisierung über die Standardgrenzen zwischen PR, Marketing, Werbung und Business Consulting hinweg. Ihr anregender Beitrag wurde von Joachim Klewes mit dem Vorwurf der Eigen PR für Edelman gekontert. Marell und Klewes, die sich aus gemeinsamen Tagen bei Kothes & Klewes kennen, arbeiteten sich auf einem hohen Diskussionsniveau thematisch voran.  

Ein ähnlicher Streitpunkt war die Frage, wie zukünftige Ausbildungsinhalte der PR-Studierenden aussehen sollten. Großen Beifall, vor allem vom jungen Publikum, erntete dabei LPRS-Alumna Jana Bohmhoff für ihre Verteidigung des eierlegenden Wollmilchstudenten: Der PR-Nachwuchs sei durch spezifische Studiengänge heutzutage besser denn je auf die Herausforderungen der Arbeitswelt vorbereitet. Damit reagierte sie auf eine Aussage von Joachim Klewes, PR-Studierende hätten die falsche Ausbildung gewählt und sollten besser Wissen aus Psychologie, Wirtschaftswissenschaften und Informatik kombinieren - ein Statement, das nicht nur auf der vor Ort installierten Twitter-Wall für viel Gesprächsstoff und Protest sorgte. Vattenfall-Kommunikationschef Andreas Breitsprecher übernahm in der gesamten Diskussion die Rolle des Angehörigen der Old-Economy, der sämtliche Tendenzen der Technisierung als maßlos überzeichnet kommentierte.  

Die Diskussion war eine gelungene Einleitung in einen spannenden Abend, an welchem der LPRS nicht nur einen Blick in die Zukunft, sondern auch in die Vergangenheit warf. Denn das 9.LPRS>>Forum feierte zugleich das 10-jährige Vereinsjubiläum mit einem Rückblick in die vergangenen Jahre und die Anfänge des Vereins. Mit einer denkwürdigen Verabschiedung von Prof. Dr. Günter Bentele, welcher demnächst in den Ruhestand tritt, musikalischer Untermalung, einem LPRS-Spiel, vielen grandiosen Selfies und diversen Dankes- und Lobesreden klang der Abend aus.  

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